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Havaneser von den Jokita's

Rasseportrait Havaneser: Ein Schoßhund zum Verlieben

 

Der Havaneser strotzt vor Vitalität und hat sein karibisches Temperament aus Lateinamerika mitgebracht. Mit seiner sanften, verschmusten und zugleich fröhlichen Art eignet sich der Havaneser als Begleithund für Menschen jeden Alters, vor allem als Kamerad für Kinder. Erfahren Sie hier alles, was Sie über die Hunderasse Havaneser wissen sollten: Geschichte, Charakter, Erziehung, Pflege und vieles mehr.


Was macht einen Havaneser aus?
 

Als aufgeweckter Mini-Hund spielt der Havaneser gerne und ist für andere Hunde sowie Kinder ein ausdauernder Gesellschafter. Liebevoll und anhänglich begleitet er seinen Halter und stellt sich mit seinem offenen Wesen oft und gerne in den Mittelpunkt. Dadurch war diese intelligente Rasse in vergangenen Zeiten für Auftritte bei Wanderbühnen und im Zirkus sehr begehrt.

 

Wo kommt der Havaneser ursprünglich her?
 

Der Havaneser stammt ursprünglich aus der spanisch- italienischen Mittelmeergegend und wurde anscheinend von dort nach Kuba eingeführt. Da sein tabakbraunes Fell an die Farbe kubanischer Zigarren erinnert, nahm man später Havanna als seinen Herkunftsort an. Bei der reichen kubanischen Bevölkerung war die Zwergrasse sehr beliebt und wurde auch „Havana Silk Dog“ genannt. Der Mini-Hund zählt zu den Gesellschafts- und Begleithunden bzw. Bichons (französisch für Schoßhund), zu deren Gruppe ebenso der Malteser, der Bologneser und der Bichon Frisé gehören.
 

Wussten Sie schon?
 

Die ursprünglichen Havaneser-Blutlinien in Kuba sind nach der Machtübernahme durch Fidel Castro im Jahre 1959 so gut wie ausgestorben. Als Symbol des Kapitalismus waren die Mini-Hunde den neuen Machthabern ein Dorn im Auge. Viele Kubaner flohen während der Revolution und ließen ihre Hunde zurück. Die Tiere wurden sich selbst überlassen und so endeten viele Havaneser als Straßenhunde. Da es unter dem Castro-Regimen keine Verbände oder Vereine gab, die sich um den Erhalt der Reinrassigkeit der Havaneser gekümmert haben, vermischte sich diese Rasse immer mehr mit anderen Hunderassen. Das führte dazu, dass der kleine Hund, der über 200 Jahre auf Kuba als Rasse gelebt hat, auf der Insel selbst fast ausstarb. Einzelne Hunde konnten Erzählungen nach aus Kuba herausgeschmuggelt werden, ihre Nachkommen leben heute zum Teil in den USA.
 

Wie sieht ein gesunder Haveneser aus?
 

Der Havaneser ist nach den Rassestandards typischerweise ein kleiner, kräftiger, niederläufiger Hund. Sein weiches Haar ist lang, üppig und vorzugsweise gewellt. Sein breiter Kopf ist flach bis sehr wenig gewölbt und mittelgroß. Der Stopp ist mäßig ausgeprägt. Die mandelförmigen Augen sind groß und am besten so dunkelbraun wie möglich. Der Ausdruck ist freundlich und die Umrandung des Auges soll dunkelbraun bis schwarz sein. Die Ohren sind relativ hoch angesetzt und sind von langen Fransen besetzt. Die Länge des Körpers übertrifft um weniges die Widerristhöhe. Die Rute wird hoch getragen und hat entweder die Form eines Krummstabs oder ist vorzugsweise über dem Rücken gerollt. Die Befederung an der Rute ist lang und seidig.



 

Anforderungen an die Haltung eines Havanesers
 

Auslauf
 

Wie fast alle Hunde genießt auch der Havaneser lange, ausgiebige Spaziergänge, bei denen er auch ausgelassen herumtoben kann. Der Havaneser passt sich in seinem Bewegungsdrang häufig seinem Besitzer an. Da er aufgrund seiner Größe vergleichsweise wenig Platz im Haus benötigt, kann er auch gut in einer Wohnung gehalten werden. Eine geistige Auslastung des Hundes ist jedoch unerlässlich. Ob toben, spielen oder Hundesport – der Mini-Hund ist überall gerne und mit Begeisterung dabei.

Erziehung
 

Als charmanter, verschmuster Hund, der mit anderen Tieren gut auskommt, ist der Havaneser ideal für Familien, aber auch Senioren und Singles. Für Ersthundehalter beweist er sich durch seine leichte Erziehbarkeit als der richtige vierbeinige Partner. Ohne aggressiv zu sein, ist der kleine Hund ein wachsamer Hund. Trotzdem braucht er klare Regeln und eine konsequente Erziehung.

Hundesport
 

Havaneser sind nicht nur intelligent und haben ein freundliches Wesen, sie sind auch sehr sportlich. Durch ihre Bereitschaft Neues zu lernen, kann man sie gut sportlich einsetzen. So agieren sie gewitzt in Disziplinen wie Agility oder Flyball. Aufgrund ihrer Lernfreunde und ihres Enthusiasmus, mit dem sie sich in neue Aufgaben stürzen, sind Havaneser für viele Arten von Hundesport geeignet. Beim Obedience Training wird die Kommunikation verbessert und die Beziehung zwischen Mensch und Hund vertieft. Dog Dancing ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, um Havaneser kognitiv und körperlich auszulasten.
 

Geeignet für Allergiker?
 

15 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland leiden an einer Hundeallergie, die übrigens nicht von den Haaren selbst ausgelöst wird, sondern von einem Eiweiß namens Can f1. Dieses wiederum befindet sich im Speichel sowie auf der Haut des Hundes und kann über die Haare zu allergischen Reaktionen führen. Ob die Anschaffung eines Havanesers als Allergikerhund Sinn macht, sollte daher stets durch einen individuellen Allergietest entschieden werden. Die allergische Reaktion kann von Rasse zu Rasse und sogar von Havaneser zu Havaneser unterschiedlich ausfallen.

Von

Lisa Dott 27. Juli 2017