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Havaneser von den Jokita's

 

Rückwärtsniesen

​​

Oft kommen Hundehalter sehr erschrocken in die Praxis.

Ihr Hund habe "so komische Erstickungsanfälle".

Allein die Beschreibung dieser typischen Anfälle läßt für den Tierarzt meist schon eine sicherr Diagnose zu: Rückwärtsniesen.
Dieses Erscheinung tritt nur von Zeit zu Zeit auf.

Die Hunde heben plötzlich und ohne ersichtlichen Grund den Kopf, spreizen die Ellenbogen ab und ziehen mit eienm Röcheln kurz und heftig Luft ein. Manche Hunde taumeln im Rahmen eines solchen "Anfalls", der dan mit einem Würgen oder Schlucken endet.

 

Nach und zwischen den Anfällen sind die Hunde aber topfit.

Den Besitzern jagt so ein vermeintlicher Erstickungsanfall - verständlicherweise - einen gehörigen Schreck ein, doch es besteht meist kein Grund zur Sorge.

 

Ist der Hund außerhalb dieser Anfälle gesund und munter, und ist seine Atmung ansonsten nicht behindert, bedarf das Rückwärtsniesen keiner Behandlung.

 

Der Hundehalter kann die Anfälle seines Hundes aber mit ein paar einfachen Handgriffen mildern und kürzen. Durch eine Massage des Kehlkopfes oder kurzzeitiges Zujhalten beider Nasenlöcher (ich drücke mit den Fingern auf dem Nasenrücken die Nase in solchen Fällen in Richtung Brustbein, und halte solange bis der Hund geschluckt hat) so kann jeder bei dem Hund einen Schluckreflex auslösen, der den Anfall beendet.

 

Oft hilft es auch schon, dem Tier mehrmals kräftig auf die Vorderbrust zu klopfen.
Treten die Atembeschwerden allerdings häufig und anhaltend auf, oder zeigt der hund allgemein Probleme bei der Atmung sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Erkann klären, ob es sich bei den Beschwerden um das harmlose Rückwärtsniesen oder eine andere Atemerkrankung handelt, die behandelt werden muß.​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

Analbeutelentzündung / Analdrüsenentzündung: Was ist das eigentlich?
 

Neben erblich bedingten Erkrankungen gibt es auch Gesundheitsproblematiken, die häufig auftreten und nur selten zu vermeiden sind. So beispielsweise die Analbeutelentzündung oder auch Analdrüsenentzündung.

Neben dem Aftereingang eines Vierbeiners befinden sich kleine Hohlräume, die sogenannten Analbeutel. Die sich an der Analinnenwand befindenden Drüsen sondern ein Sekret ab, welches in diesen Analbeuteln aufgefangen wird. Ein Großteil dieser Flüssigkeit, wird beim Absetzen des Kotes abgegeben und nutzt dem Tier zum Markieren des Territoriums. Der Duft des Sekrets ist bei jedem Hund unterschiedlich und dient als Identifizierung untereinander.

Kommt es zu Entleerungsstörungen oder zu einer Verdickung des Sekrets, kann dadurch eine bakterielle Infektion erfolgen – die Analdrüsen entzünden sich.

Wodurch entsteht eine Analbeutelentzündung und woran kann dies erkannt werden?

Die Ursachen einer solchen Analdrüsenentzündung sind vielfältig und treten nicht selten auf. Bei einigen Rassen, besonders kleine Rassen und sogenannte Zwergrassen, haben diese Problematiken öfter als großgewachsene Rassen wie beispielsweise Doggen oder Labradore.  Auch Allergien gelten als Auslöser dieser Erkrankung, wobei sich das Sekret durch Einlagerungen von Bakterien verdickt und nicht gleichmäßig ablaufen kann.

Weiterhin oft betroffen von dieser Entzündung sind Vierbeiner mit Stoffwechselproblemen, die sich zu oft oder zu wenig entleeren, sowie stark kupierte Rassen, deren Rute extrem gekürzt wurde.

Erkannt werden kann diese Erkrankung durch einen starken Juckreiz im Afterbereich beim Hund. Oftmals versuchen die Tiere durch ein Rutschen über den Boden die Analdrüse zu entleeren. Da Hunde, anders als Katzen, kaum an Ihren Afterbereich zur Säuberung kommen, beißen sie sich bei Juckreiz in den Schwanz, oftmals bis die Rute blutig ist. Dies ist das stärkste Zeichen einer solchen Erkrankung.

Was kann bei einer Entzündung der Analdrüse unternommen werden?

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Hund unter einer Entzündung der Analbeutel leidet, ist ein Besuch beim Tierarzt des Vertrauens nicht nur wichtig, sondern unabdingbar. Zwar gibt es zahlreiche Videos, die aufzeigen, wie die Drüse befreit werden kann, doch kann man beim Selbstversuch mehr Schaden und Schmerz zufügen, als man in den Videos erkennen kann.

Beim Tierarzt wird zum Befreien der Analdrüse das festgesetzte Sekret vorsichtig aus dem Anal gedrückt. Ist die Erkrankung fortgeschritten und das Sekret nicht mehr dickflüssig, sondern bereits fest, wird eine Spülung vorgenommen. Dadurch wird der festsitzende Pfropfen eingeweicht und kann ausgedrückt werden. Des Weiteren hilft die Spülung die Entzündung einzudämmen und Bakterien sowie Keimherde direkt zu bekämpfen, um einer weiteren Erkrankung im Ansatz vorzubeugen.

Vorbeugen ist die beste Lösung. Was kann man unternehmen, um dieser Erkrankung vorzubeugen?

Achten Sie auf den Kot Ihres Hundes. Ist dieser sehr weich und luftig, wird die Drüse beim Kotabsetzen nur selten angeregt. Eine richtige Ernährung des Hundes, frisches Fleisch und Knochen, entwickeln eine Kotkonsistenz, die auch die Drüsen anregt! Es heißt: kann der Kot theoretisch angefasst werden, ohne zu schmieren, sondern ist hart und sandig, ist er optimal und eine Erkrankung kann vorgebeugt werden.

Giardien
 

Ein neues Thema in der Welt der Hunde, dem wir uns mal widmen sollten, da die Verbreitung der einzelligen Darmparasiten offensichtlich nicht aufzuhalten ist...
Giardien befinden sich im Dünndarm zahlreicher Tierarten.
Bei starkem Befall, der meist geschwächte- oder Jungtiere betrifft, kommt es zu lang anhaltendem Durchfall, der sich tageweise etwas bessern kann, aber dann weiterhin auftritt. Die Kotbeschaffenheit ist variabel. Von wässrig bis pürreeartig/pastenartig; wahlweise mit Gelee oder durchaus sind auch Blutströpfchen möglich. Geruchsintensiv, meist hell und begleitet von Blähungen und/oder starken Darmgeräuschen.
Durch diese Darmentzündung können Nährstoffe nur schlecht verwertet werden und der Hund kann deutlich Gewicht verlieren, obwohl er gut frisst.
Kohlenhydrathaltige Lebensmittel, Bierhefe etc. sollten vermieden werden, da sich die Giardien in deren Nähe besonders wohl fühlen. Oftmals finden Fehldiagnosen statt, wenn der Hund nach Nahrungsumstellung scheinbar geheilt ist. Doch auch hier wird der Durchfall bald wieder auftreten.
Erwachsene Tiere, mit intaktem Immunsystem, leiden nicht unter den Giardien. Meist verschwinden die kleinen Rabauken dann wieder von selbst. ABER in den Kotausscheidungen des Tieres sind deren Eier abgelegt, so dass jedes Häufchen für jedes andere Tier hochgradig ansteckend wirkt!!
Mittlerweile geht man davon aus, das etwa 70% der deutschen Hunde mit den lästigen Parasiten befallen sind!

Es ist also keine Schande, wenn IHR Hund betroffen ist. Es zeugt nicht von Verwahrlosung oder schlechter Haltung. Nicht von Schmutz oder Billigfutter. 

 

 

DER HUND KANN SICH JEDERZEIT- ÜBERALL ANSTECKEN!!

 

Die Ansteckung funktioniert meist durch verzehren von Kot aus der Umgebung. Hundekot, Katzenkot, Hasenköttel, alles was das Hundeherz begehrt kann befallen sein. Besonders auch in stehenden Gewässern, Pfützen und noch besonderer in Wassern in denen sich Geflügelkot befindet. Aber auch das intensive Beschnüffeln dergleichen oder auch am entzückenden Popo des befallenen Hundes können ausreichen.
Ein infizierter Hund scheidet etwa 100.000 Zysten pro Gramm Kot aus. Bereits 10 Zysten sind für eine Infektion ausreichend. 
Etwa 4-14 Tage nach dem Verzehr der Delikatessen ist ihr Hund seinerseits ansteckend. Diese Ausscheidung erfolgt etwa für 4-5 Wochen- vorausgesetzt ihr Tier nimmt nicht andauernd wieder neuen infizierten Kot auf!
Ihr Tierarzt kann zügig per Schnelltest einen Befall feststellen. Sollte ein Verdacht auf Giardien def. vorliegen, der erste Test aber negativ ausfallen, ist es ratsam ihn in den folgenden Tagen zu wiederholen, da nicht in jeder Kotentnahme ausreichend Giardien vorhanden sein müssen.
Behandelt werden die Unannehmlichkeiten in aller Regel mit Fenbendazol oder Metronidazol. 
Diese Medikamente werden über mehrere Tage verabreicht und die Behandlung sollte dem Beipackzettel entsprechen wiederholt werden. 
Eine hygienische Beibehandlung ist unabdingbar!!
Ratsam ist zudem einen Wiederaufbau der Darmflora zu fördern. 
Fazit:
Giardiose ist nicht schön,- aber auch kein Grund hysterisch zu werden.
Das befallenene Tier wird behandelt und erholt sich schnell. (Medikamente aber bitte unbedingt weiter geben!!)

 

Text mit freundl. Erlaubnis von Frau Claudia Koch

Herpesvirus-Infektion beim Hund:

Ein Herpesvirus beim Hund, in der Literatur meist als canines Herpesvirus Typ 1 (CHV-1) bezeichnet, ist eine wesentliche Ursache für den Tod von Welpen, vor allem bei Welpen bis zum Alter von drei bis vier Wochen; bei älteren Welpen verläuft die Erkrankung meist nicht mehr tödlich.

Übertragung:
Über die Auswirkungen von CHV-1-Infektionen beim erwachsenen Hund gibt es wenig Informationen. Eine respiratorische Form der Herpes-Infektion beim erwachsenen Hund ist wenig auffällig mit etwas klarem Nasenausfluss und gelegentlichem Niesen.

Die Symptome verschwinden ohne Behandlung nach wenigen Tagen von selbst und werden vom Besitzer meist nicht als Krankheit wahrgenommen. Dieser "leichte Schnupfen" spielt jedoch eine große Rolle bei der Virus-Übertragung. Das Virus besiedelt die Atemwege und die Geschlechtsorgane; gelegentlich entwickeln sich vorübergehend kleine Bläschen an der Scheidenwand bzw. der Vorhaut. Wie bei vielen Herpesvirus-Infektionen anderer Spezies können erwachsene Tiere über Jahre mit der Infektion leben; unter Stress kann es zu einer Reaktivierung und zur Ausscheidung der Erreger kommen, ohne dass die Tiere irgendwelche Krankheitserscheinungen zu zeigen; sie werden als symptomlose "Träger" bezeichnet.

Praktisch alle Hunde mit Kontakt zu anderen Hunden haben schon einmal Kontakt mit dem Herpes-Virus gehabt. Es handelt sich bei der Erkrankung nicht primär um eine Geschlechtskrankheit; sie wird weder normalerweise noch notwendigerweise durch den Deckakt übertragen, sondern fast immer durch eine von erkrankten Hunden ausgehende Tröpfcheninfektion. Jede Infektion resultiert in einer nur kurzzeitigen Produktion von Antikörpern; bald danach ist der Hund wieder empfänglich für eine neue Infektion. Die nachlassende Immunität kann auch für das Wieder-Aufflackern der Erkrankung verantwortlich sein, nicht zu unterscheiden von einer neuerlichen Infektion. Schon der Besuch beim Deckrüden zum ersten Kennen lernen, noch ohne sexuelle Kontakte, kann der Hündin eine Infektion eintragen, wenn vorher andere besuchende Hündinnen die Viren hinterlassen haben. Wenn der Deckrüde oder andere Hunde des Zwingers regelmäßig auf Ausstellungen oder Prüfungen gehen, können in diesem Umfeld hohe Viruskonzentrationen ausgeschieden werden; es ist für Hunde schlicht unmöglich, dem Virus in der Umgebung eines viel eingesetzten Rüden aus dem Weg zu gehen.

Abgesehen von den ersten drei Lebenswochen ist die Trächtigkeit die einzige andere extrem sensible Zeit für eine Herpesvirus-Infektion. Frische Infektionen in der Frühträchtigkeit können zur Resorption oder zum Frühabort führen, Infektionen nach einigen Wochen der Trächtigkeit verursachen manchmal kein Verwerfen, können aber Ursache sein für sehr niedrige Geburtsgewichte und lebensschwache Welpen.

Bei Hündinnen, die bei einer gründlichen Kontrolluntersuchung vor dem Decken für gesund und frei von bakteriellen Infektionen befunden worden waren, die dann bei einer Untersuchung am 28. Tag nachweislich trächtig waren und trotzdem später keine Welpen brachten, ließen sich bei Blutuntersuchungen um den erwarteten Geburtstermin in etwa 80% der Fälle positive Antikörper-Titer gegen das Herpesvirus nachweisen.

Welpen können sich auf verschiedenem Wege infizieren. Das Virus kann schon vor der Geburt die Plazenta durchdringen und den Wurf in der Gebärmutter infizieren, oder die Welpen können sich auf dem Weg nach außen in der Scheide infizieren. Die Mutter kann auch mit ihrer Atemluft und dem Nasensekret Viren ausscheiden, welche die Welpen schon mit ihren ersten Atemzügen einatmen. Durch den engen Kontakt mit den Wurfgeschwistern und stetiges Belecken verbreitet sich das Virus schnell von einem Welpen zum anderen.

Symptome:
Nach der Ansteckung dauert es bei Neugeborenen meist etwa eine Woche bis zum Krankheitsausbruch. Demzufolge ist leicht zu verstehen, dass vor allem Welpen im Alter von 1 - 3 Wochen das höchste Risiko haben zu erkranken. Stark infizierte Welpen hören plötzlich auf zu saugen, fühlen sich schlapp an und beginnen zu schreien und zu wimmern. Der Kot kann weich und gelb-grün aussehen. Die Leber schwillt an, und die Welpen haben Bauchschmerzen. Einige zeigen auch Störungen der Atmung mit Nasenausfluss, andere haben eine gerötete Bauchdecke. Blutungen aus der Nase oder in kleinen Flecken in den Schleimhäuten können vorkommen. Etwas ältere Welpen können Störungen des Nervensystems entwickeln mit schwankendem Gang und Erblindung. Bei jüngeren Welpen tritt der Tod meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden ein.

Neugeborene Welpen haben eine vergleichsweise niedrige Körpertemperatur und können diese noch nicht selbst regulieren; sie sind daher auf die Wärmezufuhr aus der Umgebung (Raumtemperatur, Mutter, andere Welpen) angewiesen. Sie können auch kein Fieber als Abwehrmechanismus gegen die Viren bekommen, erst ab dem Alter von ca. 3 Wochen ist das möglich. Da sich das Virus am besten bei niedrigeren Gewebetemperaturen vermehrt, sind ältere Welpen in einer besseren Abwehrsituation.


Diagnose:
Die Erkrankung der Welpen breitet sich schnell innerhalb des Wurfes aus, jeder erkrankte Welpe ist selbst hoch ansteckend. Dringend anzuraten ist die baldige Sektion jedes in den ersten Wochen gestorbenen Welpen (gut kühlen, aber nicht einfrieren!) - die Pathologen finden typische Herpes-Veränderungen in Nieren und Leber mit charakteristischen Zellschädigungen.

Beim erwachsenen Hund erfolgt die Diagnose einer akuten Infektion durch die Ermittlung des Verlaufs des Antikörper-Titers mit zwei Blutuntersuchungen im Abstand von etwa 2 Wochen. Manchmal ist auch in Scheidenabstrichen, Sperma, oder aus dem Inhalt von Schleimhaut-Bläschen an den Geschlechtsorganen das Virus nachweisbar. Die Erkrankung hinterlässt ein Immunität mit hohen Antikörper-Titern, die allerdings meist nicht lange anhält. Welpen, welche die Erkrankung überleben, können Dauerschäden an Niere, Leber oder Nervensystem zurückbehalten.


Behandlung:
Gegenwärtig gibt es keine virusspezifische Therapie gegen eine CHV-1-Infektion. Jede Behandlung der Welpen kann nur eine Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte zum Ziel haben, etwa in Form von Sonden-Ernährung oder der Gabe von Medikamenten gegen Durchfall. Die Todesrate bei Welpen unter 3 Wochen ist hoch, erkrankte Welpen sterben rasch. Die anderen Welpen sollten so warm wie möglich gehalten werden, allerdings nicht so warm, dass die Mutter ihre Welpen verlässt. Da das Herpesvirus wie alle Viren gegen Antibiotika unempfindlich ist, gibt es keinen Grund für deren Verabreichung, es sei denn, dass bakterielle Sekundär-Infektionen hinzukommen oder dass Zweifel bestehen, ob es sich wirklich um eine CHV-1- oder eher eine bakterielle Infektion handelt. Die Gabe von Paramunitäts-Inducern zur Hebung der unspezifischen Abwehr-Lage ist sinnvoll, kommt aber bei schwerkranken Welpen meist zu spät.


Wie groß ist das Risiko bei weitern Würfen?
Natürlich ist jeder Züchter daran interessiert zu wissen, ob er wieder mit Welpenverlusten rechnen muss, wenn er die Mutter eines an einer CHV-1-Infektion erkrankten oder gestorbenen Wurfes erneut decken lässt. Er will auch wissen, ob der Deckrüde ebenfalls infiziert sein muss, und mit welchen Langzeitschäden bei evtl. überlebenden Welpen gerechnet werden muss.

Der Deckrüde kann infiziert sein oder auch nicht. Er kann entweder der Hund sein, der die Hündin angesteckt hat, oder er hat sich bei ihrer eigenen akuten CHV-Infektion angesteckt, als er sie deckte. Wenn es sich um einen Rüden handelt, der in einem aktiven Zwinger mit vielen Schau- und Trainingsbesuchen lebt und häufiger fremde Hündinnen deckt, hat er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit die Infektion schon (u.U. mehrmals) durchgemacht; um ihn muss man sich keine Sorgen machen. Hier noch mal zur Erinnerung: Die CHV-1-Infektion der Atemwege beim erwachsenen Hund verläuft so mild, dass der Hundebesitzer sie kaum jemals bemerkt. Nur zwei Blutproben im Abstand von 10 - 14 Tagen können einen Anstieg (frische Infektion) oder Abfall (Infektion in der Abheilphase) der Antikörpertiter feststellen, sinnvoll sind solche Untersuchungen vor allem bei Leerbleiben von Hündinnen in der Ursachenforschung.

 

Patellaluxation:

Was ist das, eine Patellaluxation kurz PL genannt?

Patellaluxation (lat. Luxatio patellae) bedeutet: Verschiebung der Kniescheibe…..

Hierbei unterscheidet man eine traumatisch bedingte Luxation (z.B. durch Unfälle oder äußere Gewalteinwirkung) von der angeborenen.
Eine durch einen Unfall hervorgerufenen Luxation hat auch meistens weitere Schädigungen wie Bänderrisse oder Meniskusschäden zur Folge.

Bei einer angeborenen Patellaluxation kommen mehr pathologische Deformierungen und dadurch entstehende Funktionsstörungen zum tragen.

Die Patella ist ein kleiner Knochen der sich im unteren Teil des Oberschenkelknochens in dem so genannten Rollkamm (einer kleinen Rille) befindet. Bei Bewegungen der Hinterbeine wandert die Scheibe in der Rille auf und ab.
Ist nun die Rille z.B. nicht tief genug kann es passieren, dass die Patella „rausrutscht“. Vielleicht ist die Kniescheibe aber auch zu groß 
und passt nicht richtig in die Rille, dann kommt es vor, dass die Scheibe keinen optimalen Halt findet.
Eine häufige Überdehnung der Sehnenbänder führt besonders in der Wachstumsphase dazu, dass sich die Bänder nicht genug straffen.
Der nötige Halt kann somit nicht gewährleistet werden.

Eine Luxation kann sowohl medial (also mittig) stattfinden, wie auch lateral (seitlich).

Unterschieden wird in 4 Gradeinteilungen:

Grad 1: Die Patella kann durch Druck leicht luxiert werden, springt jedoch spontan wieder in den Rollkamm zurück.

Grad 2: eine häufige Patellaluxation, vielleicht zeitweise auch permanent auftretend, jedoch ist die manuelle Reluxation spontan möglich.

Grad 3: Die Patella kann durch Druck von außen wieder in ihre reguläre Position verschoben werden, sie luxiert allerdings bei nachlassen des Drucks wieder.

Grad 4: die Patella ist permanent luxiert, eine Reposition in ihre alte Stellung ist nicht möglich.

Bemerkt der Hundehalter eine Patellaluxation?

Meistens ist es selbst für einen Laien möglich die Anzeichen richtig zu deuten. Der Hund hebt beim Laufen plötzlich ein Bein und läuft auf 3 Beinen weiter. Hierbei könnte es sich um eine Luxation handeln, der Hund hebt instinktiv sein Bein und wartet darauf, dass die Patella wieder von selber in die richtige Position springt. Man bemerkt beim Hund keinerlei Schmerzreaktionen, jedoch sollte bereits jetzt gehandelt werden, denn die PL bessert sich in der Regel nicht von selber. Im Gegenteil die Luxationen nehmen eher zu.

Häufig macht sich eine PL erst im Junghundestadium bemerkbar, die Medizin nimmt an, dass es beim Eintritt der Geschlechtsreife zu einem Überschuss von Östrogen kommt. Ein Östrogenüberschuss begünstigt eine Bindegewebeerweichung, was eine bis dato unbemerkte PL Disposition verschlimmern kann. Auch Schwangerschaft und Läufigkeit einer Hündin stellt ein erhöhtes Risiko dar, denn durch die Hormonumstellung kann es auch hier zu Patellaluxationen kommen.

Patellauntersuchung sollten Sie nicht durchführen lassen, wenn Ihre Hündin läufig ist, scheinschwanger oder schwanger. Durch das Ungleichgewicht des Hormonhaushaltes könnte es zu falsch positiven Befunden kommen.

Ebenso ist die Diagnosestellung einer Patellaluxation erst sicher mit 1.5 Lebens-Jahren zu stellen.